Berlin, 10. März – 67 Jahre Tibetischer Nationalaufstand
Heute versammelten sich Tibeterinnen und Tibeter sowie Unterstützerinnen und Unterstützer aus ganz Deutschland in Berlin, um des 67. Jahrestages des Tibetischen Nationalaufstands von 1959 zu gedenken. Die Protest- und Gedenkdemonstration wurde gemeinsam von der Association of Tibetans in Germany (Verein der Tibeter in Deutschland) und Tibet Initiative Deutschland organisiert.
Mit tibetischen Fahnen, Gebeten und entschlossenen Stimmen zogen die Teilnehmenden durch die Straßen der Hauptstadt, um an den mutigen Widerstand des tibetischen Volkes gegen Unterdrückung zu erinnern. Der 10. März steht seit 1959 als Symbol für den unerschütterlichen Wunsch der Tibeterinnen und Tibeter nach Freiheit, Würde und dem Recht, ihre Kultur, Religion und Identität selbst zu bestimmen.
An der Demonstration nahm auch Thinlay Chukki, die Repräsentantin des Büros Seiner Heiligkeit des Dalai Lama in Genf, teil. In ihrer eindringlichen Rede rief sie die Tibeterinnen und Tibeter dazu auf, in dieser entscheidenden Zeit geschlossen und vereint zu bleiben. Gleichzeitig appellierte sie an die internationale Gemeinschaft, Regierungen und zivilgesellschaftliche Organisationen, sich klar an die Seite Tibets zu stellen und für Gerechtigkeit sowie die Einhaltung der Menschenrechte einzutreten.

Auch Dundup Donka, der Präsident des Vereins der Tibeter in Deutschland richtete deutliche Worte an die Öffentlichkeit. Er forderte die deutsche Bundesregierung sowie die Europäische Union auf, entschieden gegen das System der kolonialen Internatsschulen in Tibet Stellung zu beziehen. Diese Schulen seien Teil einer gezielten Politik der chinesischen Regierung, die darauf abziele, die tibetische Identität, Sprache und Kultur systematisch zu schwächen und langfristig auszulöschen.

Er erklärte eindringlich:
„Wenn Kinder ihre Sprache verlieren, verlieren sie ihre Geschichten. Wenn sie ihre Geschichten verlieren, verlieren sie ihre Identität. Diese Politik ist ein Versuch, Tibet zu assimilieren – eine Form kultureller Auslöschung.“
Auch nach 67 Jahren bleibt die Situation in Tibet von schwerwiegenden Einschränkungen der Menschenrechte geprägt. Klöster werden überwacht, die tibetische Sprache und Kultur geraten zunehmend unter Druck, und viele Tibeterinnen und Tibeter leben weiterhin im Exil. Doch trotz dieser Herausforderungen lebt der Geist des Widerstands und der Hoffnung weiter.
Die heutige Demonstration in Berlin war daher nicht nur ein Akt des Gedenkens, sondern auch ein kraftvoller Aufruf an die internationale Gemeinschaft und die deutsche Politik, die Situation in Tibet nicht zu vergessen. Freiheit, Menschenrechte und kulturelle Selbstbestimmung sind universelle Werte – sie dürfen nicht dem politischen oder wirtschaftlichen Druck geopfert werden.
Wir erinnern uns an die Opfer von 1959 und an alle, die bis heute für Tibet ihre Stimme erheben. Ihr Mut verpflichtet uns, weiter zu sprechen, weiter zu handeln und weiter Solidarität zu zeigen.
Tibet wird nicht vergessen.
Lang lebe der Dalai Lama!
Bodh Gyalo – Sieg für Tibet.









