China verstärkt Kontrollen in Xinjiang und Tibet

Auch in Peking zeigt die Polizei Präsenz auf den Straßen

31. Oktober 2013 | Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

Chinas Antwort auf den Anschlag im Zentrum Pekings sind mehr Kontrollen von Uiguren und Tibetern. Polizisten patrouillieren durch die Provinzhauptstadt Urumqi, Flüge in die Region werden stärker kontrolliert.

 

China hat mit strengeren Polizeikontrollen in der Unruheprovinz Xinjiang und in Tibet auf den Terroranschlag am Kaiserpalast in Peking reagiert. Hinter der Attacke vom Montag sollen nach offiziellen Angaben Terroristen aus der westchinesischen Provinz Xinjiang stehen. Nun patrouillieren mehr Polizisten auf den Straßen der Provinzhauptstadt Urumqi. Viele Autos würden kontrolliert, berichteten lokale Hotelangestellte am Donnerstag. Laut Staatsmedien sollen zudem Flüge von und in die Region strengeren Sicherheitsvorschriften unterliegen. Auch in Tibet wurden laut einem Bericht des amerikanischen Senders „Radio Free Asia“ Polizeikontrollen ausgeweitet.

 

Am Montag war ein Geländewagen im Zentrum Pekings durch eine Menschenmenge gefahren und vor dem Kaiserpalast in Flammen aufgegangen. Die drei Insassen des Wagens sowie zwei Touristen kamen dabei ums Leben, 40 Menschen wurden verletzt. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann und die beiden Frauen im Auto ihren Wagen gezielt in Brand setzten. Fünf mutmaßliche Komplizen waren am Montag verhaftet worden. Am Mittwoch sprach die Polizei erstmals von einem Terroranschlag. Bei den Attentätern und Verdächtigen soll es sich um muslimische Uiguren aus der Provinz Xinjiang handeln.

 

Die Staatszeitung „Huanqiu Shibao“ schrieb am Donnerstag vom ersten schweren Anschlag von Terroristen aus Xinjiang in der chinesischen Hauptstadt. Das Blatt rief in einem Kommentar zu erhöhter Wachsamkeit auf. Die staatliche Zeitung „China Daily“ beschrieb die Attentäter als „religiöse Terroristen“.

 

In der westchinesischen Provinz Xinjiang geraten immer wieder muslimische Uiguren und Han-Chinesen aneinander. „Es gibt ganz offensichtlich eine falsche politische Strategie in der Region“, sagte Dru Gladney. Während sich Uiguren diskriminiert fühlen, schickt Peking immer mehr Sicherheitspersonal für den „Kampf gegen Terroristen und Separatisten“ in die Provinz.

 

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