Seit über 70 Jahren besetzt China Tibet illegal

 

 

Die Kommunistische Chinesische Volksbefreiungsarmee ist 1950 in das de facto und de jure unabhängige¹ Land Tibet einmarschiert, und seit 1959 ist Tibet endgültig illegal von den chinesischen Kommunisten besetzt. Seitdem herrscht kommunistische Diktatur. Die Tibeter haben keine Menschenrechte, kein Selbstbestimmungsrecht, keine Rechte auf Pflege ihrer eigenen Sprache, Religion und Kultur und keine Rechte, in ihrer ursprünglichen Lebensart zu leben. Die meisten Kultstätten wurden durch die Kommunistische Chinesische Volksbefreiungsarmee zerstört. Viele Geistliche und Zivil-Beamten landeten in Gefangenschaft, wurden grundlos denunziert, gefoltert und zu Zwangsarbeit gezwungen. Viele wurden hingerichtet. Es herrschte ein  totales Verbot der Religion. Von ca. 6000 kulturellen Einrichtungen – hauptsächlich Klöstern, wo meistens über 4000 Mönche lebten, studierten und Andachten verrichteten – wurden 90% zertört. 99% der Mönche und Nonnen wurden gezwungen, ihre Klöster zu verlassen. Die Kulturrevolution, die von 1966 bis 1976 in ganz China dauerte, wütete besonders in Tibet. Sie zerstörten alle kulturellen Einrichtungen und Gegenstände, die von der Volksbefreiungsarmee noch übrig geblieben waren, und ermordeten die Menschen, die weiterhin noch die buddhistische Religion und Kultur pflegten. Die Kultstätten, die noch übrig blieben, wurden in verwahrlostem Zustand zurückgelassen. 1950 bis 1979 haben über 1,2 Millionen Tibeter ihr Leben unter den Chinesen verloren. Die Menschen wurden gezwungen, in Kommunen zu leben und zu arbeiten, wo sie nur Hungerrationen zu essen bekamen. Tagsüber mussten sie schwere Arbeit verrichten und abends bis spät in die Nacht zu Kampf- und Kritikversammlungen (tham-dzing) gehen.

 

„Die Tibeter werden seit dem Einmarsch der chinesischen Volksbefreiungsarmee im Jahr 1950 unterdrückt, inhaftiert, gefoltert und teilweise sogar getötet. Für China sind tibetische Sprache, Religion und Kultur das Haupthindernis, das der vollständigen Kontrolle über das Land im Wege steht“ so die IGFM. 

 

In den 1980er Jahren kam es zu einer vorübergehenden Liberalisierung der allgemeinen Situation in Tibet. Dadurch konnten die Tibeter die zerstörten Klöster zum Teil wieder aufbauen, wo die wenigen Mönche und Nonnen, die noch da waren, wieder leben konnten. Jedoch lebten sie unter strenger kommunistischer Überwachung und Gängelung, wo sie eigentlich Ruhe und Frieden bräuchten, um ihre geistigen Praktiken durchführen zu können. Sie wurden immer wieder mit nicht endenden politischen Einmischungen gestört. Die willkürliche Verhaftungswelle der Menschen - mit Folter und Zwangsarbeit und häufiger Todesfolge - und die Zerstörung der religiösen und kulturellen Einrichtungen ging schon bald wieder weiter und wurde mit der Zeit noch schlimmer. 

 

Die Menschenrechtslage in Tibet hat sich von Jahr zu Jahr verschlechtert, und heute haben die  „Menschenrechtsverletzungen und politische Unterdrückung das Niveau von "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" erreicht, wobei immer mehr Fälle von außergerichtlichen Tötungen, willkürlicher Verhaftung und Folter auf breiter Ebene und systematisch begangen werden. In China und besonders in Tibet fehlen innerstaatliche Rechtswege gegen staatliche Übergriffe völlig“, so die Tibet Initiative Deutschland  e.V. 

 

Die kommunistische Partei Chinas will alles in Tibet bestimmen. Sie verleugnet Religion, aber sie mischt sich in religiöse Angelegenheiten ein, wie z.B. die Suche und Wahl einer  Reinkarnation von geistlichen Personen. Der 11. Panchen Lama, Gendün Chökyi Nyima, den das Kloster Tashi Lhünpo und Seine Heiligkeit der Dalai Lama bestimmt und gewählt hatten, ist 1995 im Alter von sechs Jahren mit seinen Eltern verhaftet worden, und niemand weiß, ob sie noch leben. Die kommunistische Partei Chinas will auch die nächste Inkarnation des Dalai Lama bestimmen. Die Suche nach und die Wahl einer Reinkarnation ist eine alte tibetisch-buddhistische Tradition. Deshalb muss man ein überzeugter Buddhist sein, um eine Reinkarnation bestimmen und wählen zu können. Darüber hinaus muss man ein Mitglied oder ein Funktionär des Klosters oder der Institution sein, dem diese Reinkarnation angehört. Die Suche und das Wählen einer Reinkarnation ist, wie gesagt, eine rein tibetisch- buddhistische Angelegenheit. Da der kommunistische Parteistaat jegliche Religion ablehnt, hat er überhaupt nichts in dieser Angelegenheit zu suchen. 

 

In den letzten Jahren wurden die beiden großen Klosterakademien in Larung Gar und Yarchen Gar von den Chinesen weitgehend zerstört, Mönche, Nonnen und Laien vertrieben und die Verwaltung von chinesischen Beamten übernommen. Im Dezember 2021 wurden in Osttibet eine 30 Meter hohe Buddha-Statue und in den folgenden Tagen eine weitere große Statue sowie 45 buddhistische Gebetsmühlen, die die Tibeter in den letzten Jahrzehnten gebaut hatten, abgerissen. Die chinesischen Behörden nahmen außerdem mindestens sechs tibetische Mönche fest, weil sie die Außenwelt über den Abriss informiert haben sollen. Verantwortlich für den Abriss ist offenbar der neue Parteisekretär in der Region, der bereits den Abriss einer Klosterschule verfügt hatte. Auch die Tibeter, die nur darum bitten, ihre Andachtsstätten nicht zu zerstören, werden regelmäßig verhaftet und gefoltert. 

 

Darüber hinaus  will die chinesische Regierung die Tibeter assimilieren, indem die tibetischen Kinder - angefangen vom Kindergartenalter an - nur noch auf Chinesisch unterrichtet werden dürfen und auch die Eltern gezwungen werden, Chinesisch zu lernen, damit sie zu Hause nur Chinesisch mit ihren Kindern sprechen sollen. Um die tibetische Sprache weiter zu vernichten, sollen alle Mönche und Nonnen auch den Buddhismus nur noch auf Chinesisch studieren. Viele Kinder werden in entfernte chinesische Internate verschleppt, wo sie  nur Chinesisch lernen und ihre eigene Sprache und Kultur vergessen oder sogar erst gar nicht damit in Berührung kommen. Fast alle Menschen, die sich für ihre Kultur, Sprache, Umwelt usw. einsetzen und dafür von den Menschen geliebt und geschätzt werden, werden unter fadenscheinigen Gründen verhaftet und gefoltert. Viele solche Menschen sind einfach verschwunden wie der jetztige Panchen Lama. 

 

Das kommunistische China beutet rücksichtslos die Bodenschätze in Tibet aus. Angefangen haben sie mit dem Raub der Kulturschätze von Privatpersonen und Klöstern. Später haben sie Waldrodungen in großem Stil durchgeführt, um den Holzhunger in China zu stillen. Danach ging es los mit den Bodenschätzen. Die Tibeter werden weder gefragt noch informiert über das, was die Chinesen in Tibet machen, und sie bekommen auch keinen einzigen Cent von der Ausbeute. Sie werden nur mit verdreckter, umgewühlter und zum großen Teil vergifteter Landschaft und Flüssen zurückgelassen. In vielen Fällen werden die Tibeter gezwungen umzusiedeln, wo das kommunistische China Bodenschätze vermutet, oder wo es Fabriken bauen will. Diese Menschen werden dann allein gelassen ohne jegliche Möglichkeit ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

 

Tibet ist die Wasserquelle für viele Milliarden Menschen in Asien. Seit Jahren bauen die Chinesen Megadämme in Tibet, darunter viele in sehr kurzen Abständen voneinander. Das führt zu Wasserknappheit in den Anrainer-Staaten. Außerdem ist das ganze Gebiet eine Erdbeben gefährdete Region. Das heißt, wenn ein Damm durch ein Erdbeben bricht, kann es zu einem Domino-Effekt kommen und zu einer unglaublichen Flutkatastrophe mit verheerender Vernichtung von Leben und Gut. Darüber hinaus wollen die Chinesen etliche Flüsse nach China umleiten, was wiederum zu einer weiteren Wasserknappheit in den Anrainer-Ländern führen wird.

Die Umweltzerstörungen durch die Anwesenheit von Massen chinesischen Militärs, chinesischen Arbeitern, Siedlern und Touristen in Tibet, ihren Verbrauch an Heizmaterial, den Abgasen ihrer Autos und den Abbau der Bodenschätze sind verheerend. Tibet hat große Gletscher und Permafrost-Gebiete, die rasant schmelzen. Tibet ist zu Recht als dritter Pol der Erde bezeichnet. Durch die Umweltzerstörungen in Tibet führt das auch zu Klimaveränderungen in der ganzen Welt. In dieser Beziehung geht es nicht nur um die 6 oder 7 Millionen Tibeter, sondern es geht um alle Menschen auf dieser Erde.

 

Wegen dieser schrecklichen Situation haben sich seit 2009 über 160 Tibeter selbst angezündet, um ihren Unmut zu demonstrieren und sind fast alle gestorben, und wenn sie  nicht sofort starben, landeten sie in chinesischen Gefängnissen, wo sie noch mehr leiden mussten. Deshalb fordern wir Tibeter alle Freiheit und Demokratie liebenden Menschen, Nationen und Politiker auf, sich mit den Tibetern zu solidarisieren und dazu beizutragen, dass das kommunistische China die Menschenrechte und den Umweltschutz in Tibet respektiert. Bitte unterstützen Sie Tibet mit Ihren Worten und Taten.

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1.  Michael van Walt van Praag: The Status of Tibet, 1987 + Michael van  Walt van Praag and Miek Boltjes: Tibet Brief 20/20  + Prof. Hon-Shiang Lau, Tibet was Never Part of China Before 1950: Examples of Authoritative pre-1949 Chinese Documents that Prove It

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V.i.S.d.P.: Tsering Ngodup, Sprecher der TID-Regionalgruppe Heidelber, Beirat der Verein der Tibeter in Deutschland e.V.

 

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