Tibetische Exilregierung

Exilparlament (Chithue)

Tibetisches Exilparlament - Dharamsala

Ü-Tsang, Kham und Amdo, die drei traditionellen tibetischen Provinzen, wählen je 10 Parlamen-tarierInnen. Die 4 Schulen des tibetischen Buddhismus und die traditionelle Bönanhänger wählen je 2 Vertreter. Drei Abgeordnete werden von TibeterInnen aus den westlichen Ländern gewählt: 2 aus Europa und 1 Abgeordneter aus Nordamerika. Zu den bisherigen Mitgliedern werden noch 3 aus den Bereichen Kunst, Wissenschaft, Literatur und gemein-nützige Dienste direkt von seiner Heiligkeit nominiert. Das Parlament wird durch den Vorsitzenden und dessen Vizev-vorsitzenden geführt. Diese beiden Funktionen werden jeweils von den Abgeordneten unter sich gewählt. Weiterlesen>>>

Ministerrat (Kashag)

Ministerrat Office - Dharamsala

Im Mai 1990 wurde vom Dalai Lama ein weiterer Schritt im Demokratisierungsprozess eingeführt. Anlässlich einer ausserordentlichen Nationalversammlung wurde beschlossen, dass die sieben Mitglieder des Ministerrates nicht mehr wie bis anhin vom Dalai Lama ernannt, sondern direkt vom Parlament gewählt werden. Ab der Elften Legislaturperiode (1991) werden demzufolge die sieben Minister vom tibetischen Parlament im Exil gesetzmässig in geheimer Abstimmung gewählt. Mit dem Beginn der Elften Legislaturperiode im Frühsommer 1991 wählen die sieben Minister unter sich einen Premierminister (Kalön Tripa), jeweils für Weiterlesen>>>

50.000 Jahre Tibet - Die Geschichte

Schon seit seiner Jugendzeit war es ein Traum Seiner Heiligkeit des 14. Dalai Lamas, seinem Volk die Demokratie zu schenken. Bereits vor dem tibetischen Volksaufstand von 1959, welche von den Chinesen gewaltsam niedergeschlagen wurde und in dessen Verlauf  80'000 Tibeter ins Exil lüchten mussten, schlug Seine Heiligkeit mehrere Reformen in Tibet vor. 

Diese zielten auf die Einführung eines demokratischen Systems in Tibet ab. Jedoch wurde dessen Umsetzung durch die chinesische Besatzungsmacht verhindert. Kurz nach der Ankunft S. H. des Dalai Lamas in Indien wurde die Tibetische Regierung im Exil etabliert. Diese basierte auf dem modernen demokratischen System mit klarer Gewaltentrennung, bestehend aus den drei Organen Judikative, Legislative und Exekutive.

Der Kashag oder die Ratsversammlung der Minister, ist das höchste exekutive Organ. Die verschiedene Ministerien sind unterteilt in: das Ministerium für Inneres verantwortlich für Bildung, Erziehung, Gesundheit, religiöse Angelegenheiten und Sicherheit, das Ministerium für Finanzen und Idas Ministerium für internationale Beziehungen.

Die einzelnen Minister im Kashag werden durch die Vollversammlung des Exilparlamentes (ATPD) gewählt.

Das Assembly of the Tibetan Peoples Deputy, kurz ATPD, ist die legislative Körperschaft der Tibetischen Regierung im Exil und bildet das Exilparlament. Es hat unter anderem das Charta der Tibeter im Exil, das Grundgesetz, ausgearbeitet und verabschiedet. Die Mitglieder dieses Parlaments werden von den wahlberechtigten auf dem indischen Sub-Kontinent sowie in den westlichen Ländern lebenden tibetische Bevölkerung direkt gewählt.

Das Tibetan Supreme Justice Commission bildet das höchste Judikative Organ und ist zugleich der Hüter der Exilverfassung. Die Justizkommission befasst sich auch mit Klagen gegen die Administration und verhilft den Klägern zu ihren Rechten.

Im Jahre 1963 verkündete S. H. der Dalai Lama vom Hauptsitz der Exilregierung in Dharamsala aus eine demokratische Verfassung für ein künftig freies Tibet. Dies ebnete den Weg für die Entwicklung eines der jüngsten Demokratien dieser Welt.

Heute leben über 130'000 Tibeter im Exil und ein grosser Teil davon ist in Siedlungen in Indien sowie Nepal untergebracht. Ausserhalb des indischen Subkontinents lebt seit anfangs der 60er Jahre die grösste Tibeterkolonie in der Schweiz und seit anfangs der 90er Jahre auch in Nordamerika. In den letzten 40 Jahren unternahmen die Tibeter grosse Anstrengungen zur Erhaltung und Förderung ihrer religiösen sowie kulturellen Institutionen, welche einen sehr wichtigen Bestandteil zur Erhaltung der tibetischen Identität bilden. Quelle: CTA

Verfassung der Tibeter im Exil

(mit Änderungen bis zum 7.8.1993) (Deutsche Version, inoffizielle Übersetzung) 

Einleitung: Unter der richtungweisenden Führung Seiner Heiligkeit des Dalai Lama, zur Einleitung des demokratischen Aufbaus, erstreben wir Tibeter im Exil, fest gegründet auf unserer einzigartigen kulturellen Tradition, der Einheit von geistlichem und weltlichem Staat und auf dem Grundsatz der Gewaltlosigkeit, für jeden Tibeter Gleichheit, Gerechtigkeit, politische, soziale und wirtschaftliche Freiheit und bemühen uns, das zukünftige Tibet bestehend aus den vollständigen Provinzen U‑Tsang, Do‑Toe und Do‑Mey als demokratischen, föderalistischen, unabhängigen und republikanischen Staat und als eine Friedenszone aufzubauen. Insbesondere, um die Erreichung des rechtmässigen Zieles des tibetischen Volkes in einem Geiste der Solidarität und Einheit der Tibeter in Tibet und im Exil voranzutreiben und um grundlegende Richtlinien für einen sicheren demokratischen Aufbau festzulegen, im Einklang mit den moralischen und materiellen Bedürfnissen des tibetischen Volkes, hat die XI. tibetische Versammlung in ihrer Rolle als verfassungsgebende Versammlung diese Verfassung der Tibeter im Exil verkündet, am 2. Tage des 5. Monats des 2118. tibetischen Königsjahres, entsprechend dem 14. Juni 1991 n. Chr. Weiterlesen>>>

Oberster Gerichtshof

Der oberste Gerichtshof ist die höchste richterliche Gewalt. Da die Exilsituation einen eigentlichen obersten Gerichtshof mit richterlichen Gewalt jedoch nicht erlaubt, ist der oberste Gerichtshof im Sinne der Aufgaben einer Ombudsstelle für die Schlichtung interner Angelegenheiten innerhalb der tibetischen Exilgemeinschaft und der Exilverwaltung zuständig.

Der oberste Richter wird vom Dalai Lama ernannt und muss von einer Zweidrittelmehrheit aller Abgeordneten des Parlaments gebilligt werden. Zur Mithilfe an den gerichtlichen Verfahren amtieren ständig drei Geschworene, die vom obersten Richter nach Rücksprache mit dem Ministerrat ernannt werden.

Sino-Tibetscher Dialogs

Seit September 2002 haben sich die Gesandten des Dalai Lama in acht Dialogrunden mit Vertretern der chinesischen Regierung getroffen. Mit der jüngsten Gesprächsrunde im November 2008 ist der Dialog zum Stillstand gekommen. Dies obwohl die tibetische Seite das bisher detaillierteste Dokument zu einer echten Autonomie für Tibet innerhalb der Volksrepublik China vorgelegt hat. 

Der aktuelle Stillstand im sino-tibetischen Dialog enttäuscht die Erwartungen sowohl der tibetischen als auch der internationalen Gemeinschaft, die sich Fortschritte in den sino-tibetischen Beziehungen versprochen haben. Die tibetische Seite ist aber weiterhin gewillt, den Kontakt mit der chinesischen Regierung aufrecht zu erhalten, um zu einer einvernehmlichen Lösung zu gelangen. Weiterlesen>>>

 

Letzte Änderung: 01-03-2017

09:01 CEST

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