Zwei inhaftierte Mönche des Klosters Zilkar in prekärem Gesundheitszustand

Tsultrim Kalsang

2. Juni 2014 | Phayul, www.phayul.com

 

Wie aus einer tibetischen Quelle im Exil hervorgeht, sind zwei sich im Gefängnis befindende Mönche aus dem Kloster Nyatso Zilkar infolge der durchgemachten Folterungen und der fehlenden medizinischen Versorgung ernstlich erkrankt.

 

Tsultrim Kalsang, 27, wurde letztes Jahr zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt und verbüßt seine Strafe in einem Gefängnis in Xining. Er hat ein Leberleiden, weswegen er zweimal operiert wurde. Sein Gesundheitszustand hat sich jedoch weiter verschlechtert. Seiner Mutter wurde kürzlich die Erlaubnis verweigert, ihn in der Haftanstalt zu besuchen.

Lobsang Jinpa

Auch Lobsang Jinpa, 32, der zu 5 Jahren Haft verurteilt wurde, hat ernstliche gesundheitliche Probleme. Er ist leber- und nierenkrank, aber die Behandlung wird ihm verweigert. Die Angehörigen beider Mönche und die Mitbewohner ihres Dorfes machen sich um die beiden sehr große Sorgen.

 

Noch vor ihrer Verurteilung mußten sie infolge schwerer Folterungen von der chinesischen Polizei ins Krankenhaus eingeliefert werden.

 

Lobsang und Tsultrim wurden zusammen mit drei anderen Mönchen des Klosters Nyatso Zilkar am 1. September 2012 festgenommen, als Hunderte von bewaffneten Sicherheitskräften das Kloster stürmten. Festgenommen wurden Jinpa, Tsultrim Kalsang, Ngawang Monlam und Sonam Yignyen. Die Sicherheitskräfte beschlagnahmten Computer und DVDs, die sie in den Zimmern der Mönche sicherstellten, und schlugen und bedrohten andere Mönche, die flehten, ihre Kollegen zu verschonen, mit vorgehaltener Waffe. (1).

Lobsang Jinpa ist der Sohn von Tagyal und Pema Tsomo. Tsultrim Kalsangs Eltern heißen Athub und Dokar Tso. Die Anklagen gegen die beiden haben möglicherweise mit dem doppelten Selbstverbrennungsprotest zweier junger Tibeter, Ngawang Norphel und Tenzin Khedrup zu tun, in der Gegend von Dzatoe am 30. Juni 2012, die beide dabei starben (2). Die Mönche wurden verdächtigt ausländische Medien mit Details über die Selbstverbrennung versorgt zu haben.

 

Die Verhaftungen und Verurteilungen könnten auch im Zusammenhang mit den Protesten stehen, die die Region Tridu am 8. Februar 2012 erfaßten, als Tausende von Tibetern an einer friedlichen Demonstration teilnahmen, die zeitgleich mit der von der tibetischen Exilregierung ausgerufenen globalen Solidaritätsmahnwache stattfand.

 

Um die 400 Mönche des Klosters Zilkar hatten einen Protestmarsch in die Stadt Dzatoe organisiert, wobei sie mit blauer und roter Farbe beschriebene Spruchbänder – die symbolischen Farben für die zwei Schutzgottheiten Tibets – mit sich trugen, auf denen die Rückkehr des Dalai Lama, die Freilassung der politischen Gefangenen, einschließlich des 11. Panchen Lama, sowie Achtung vor dem Leben der Tibeter gefordert wurde (3).

 

Indessen beseitigten die chinesischen Behörden Anfang des Monats Mitglieder des Verwaltungsrates des Klosters Nyatso Zilkar und ersetzten sie durch Mönche ihrer eigenen Wahl. Es wird nun befürchtet, daß die neuen Verwalter des Klosters nur unter chinesischer Kontrolle handeln werden.

 

Letzte Änderung: 01-03-2017

09:01 CEST

Herzlich willkommen auf Verein der Tibeter in Deutschland e.V. offizielle Homepage! Sie befinden sich auf der umfangreichsten Webseite zum Thema Tibet und Menschenrechte in deutscher Sprache.

Druckversion Druckversion | Sitemap

Satzung | Advertise with us! | Kontakt

© 2011 Verein der Tibeter in Deutschland e.V.